Voraussetzung

Hinweise zur Vergütung

Soziale Absicherung

Informationen für Tagespflegepersonen

Welche Voraussetzungen muss ich als Tagespflegeperson erfüllen?

Um als Tagespflegeperson arbeiten zu können, ist keine abgeschlossene erzieherische oder pädagogische Ausbildung notwendig. Jedoch müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, welche in der Richtlinien zur Kindertagespflege der Stadt Leipzig zur Kindertagespflege gem. §23 SGB VIII und SächsKitaG nachzulesen sind.

Im Vordergrund steht die persönliche Eignung (u.a. Freude an der Arbeit mit Kindern, Kooperationsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, körperliche und seelische Belastbarkeit, Gewährleistung der Kontinuität).

Zudem ist ein fundiertes Fachwissen der Kindertagespflege (u.a. Grundkenntnisse der Pädagogik, Sächsischer Bildungsplan, Entwicklungspsychologische Schritte von Kleinstkindern, Gesundheitsvorsorge und -sicherung, Elternarbeit) erforderlich.

Folgende Unterlagen sind beizubringen: Lebenslauf mit Foto, Pädagogisches Konzept, aktuelles erweitertes Führungszeugnis, ärztliche Gesundheitsbescheinigung, Nachweis über die Teilnahme „Erste Hilfe am Kind/ bei Kindernotfällen“, Gesundheitspass, Registrierung der Tagespflegestelle beim zuständigen Veterinäramt sowie die Einverständniserklärung des Vermieters.

Einzelheiten zu Anforderungen an kindgerechte Räumlichkeiten sind in der Richtlinie der Stadt Leipzig zur Kindertagespflege nachzulesen. Wichtig: Nach § 6 Abs. 1 GewO ist Kindertagespflege kein Gewerbe. Tagespflegepersonen dürfen kein Gewerbe anmelden und die Räume als solche anmieten.

Um die nötige fachliche Qualifikation für die Kindertagespflege zu erreichen, besteht in Sachsen die Möglichkeit, zunächst einen Grundkurs zur Qualifizierung in der Kindertagespflege gemäß DJI mit 30 Stunden zu absolvieren. Innerhalb von drei Jahren müssen Tagespflegepersonen, welche nicht ErzieherInnen oder SozialpädagogInnen sind, eine umfassende Ausbildung von mind. 160 Stunden („Curriculum des DJI zur Qualifizierung in der Kindertagespflege“ gemäß § 3 SächsQualiVO) erfolgreich absolvieren.

Gemäß § 6 SächsQualiVO hat jede Tagespflegeperson mindestens 20 Stunden jährlich Fortbildung zu den Themen der Kindertagespflege zu erfüllen.

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Wie wird Kindertagespflege vergütet?

Das Entgelt setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

Eine Übersicht der aktuellen Aufwendungspauschalen erhalten Sie hier:
Aufwendungspauschalen

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Sozialversicherung und Steuerfreibetrag

Grundfreibetrag für die Einkommensteuer:
Alleinstehende müssen ab 8.820,00 € jährliches steuerpflichtiges Einkommen Steuern bezahlen, Verheiratete zusammen ab 17.640,00 €.
In der jährlichen Steuererklärung kann eine Betriebsausgabenpauschale in Höhe von max. 300,00 €  pro Betreuungskind und Monat als steuerfreies Einkommen geltend gemacht werden.

Haftpflichtversicherung:
Tagespflegepersonen können sich vor den Folgen einer schuldhaften Aufsichtspflichtverletzung schützen, indem sie eine Haftpflichtversicherung abschließen. Eine private Haftpflichtversicherung reicht dazu nicht aus, da sie nicht die berufliche Tätigkeit der Kinderbetreuung umfasst. Eine Ergänzung ist erforderlich. Findet die Kindertagespflege in extra dafür angemieteten Räumlichkeiten statt, wird außerdem eine Betriebshaftpflichtversicherung empfohlen.

Krankenversicherung:
Die Familienversicherung ist bis zu einem steuerpflichtigen Einkommen von 425,00 € möglich.

Mindestbemessungsgrundlage: Bis zu einem steuerpflichtigen Einkommen von 991,67 € ist es Kindertagespflegepersonen möglich, freiwillig den Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zu zahlen. Dieser beträgt 138,83 €. Der ermäßigte Beitragssatz für freiwillig versicherte nebenberuflich Selbstständige ohne Krankengeldversicherung beträgt 14,0 % (dies trifft auf die meisten Kindertagespflegepersonen zu). Für hauptberuflich selbstständig Tätige beträgt der Beitragssatz 14,6 %. Hier beträgt die Mindestbemessungsgrundlage 2.231,25 €. Zusätzlich zu den Beiträgen können Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben.

Pflegeversicherung:
Wer eigene Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung zahlt, muss auch für die Pflegeversicherung Beiträge entrichten. Der Beitragssatz beträgt 2,55 % (= 25,29 €), für Kinderlose 2,8 % (= 27,77 €). Auch hiervon erstattet der öffentliche Jugendhilfeträger die Hälfte der Kosten.

Rentenversicherung:
Wenn die Einkünfte der Tagespflegeperson nach Abzug der Betriebsausgabenpauschale 450 Euro überschreiten, sind Tagespflegepersonen rentenversicherungspflichtig. Der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung liegt derzeit bei 18,7 Prozent. Der Mindestbeitrag zur freiwilligen gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 84,15 €.

Unfallversicherung:
Tagespflegepersonen sind bei ihrer Tätigkeit über eine Pflichtversicherung bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gesetzlich unfallversichert.

  • Rückerstattung

Die hälftigen Kosten der Kranken- und Pflegeversicherung sowie gesetzlichen Rentenversicherung erstattet auf Antrag das Amt für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig. Der Antrag ist über die Sozialwerk Leipzig gGmbH zu stellen. Die Auszahlung erfolgt rückwirkend.
Der Beitrag zur Unfallversicherung (BGW) wird zu 100% über das Amt für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig erstattet. Der Antrag zur Erstattung ist über die Sozialwerk Leipzig gGmbH zu stellen. Die Auszahlung erfolgt rückwirkend.

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